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06
Okt
2010
wetter4Die nachfolgenden Aufzeichnungen des Wetters für das Jahr 2010 stammen vom Wetterbeobachter G.Kobel aus Ortrand und erschienen im Grenzland-Anzeiger Ausgabe G55 vom 30.09.2010. Das Einverständnis zur Veröffentlichung liegt vor.

Nässe und Trockenheit
Mit dem Herbstmonat September verabschieden wir uns ja bekanntlich vom Sommer. Durch langanhaltende, kräftige Niederschläge und sinkende Temperaturen setzte in diesem Jahr die Verabschiedung schon im August ein. Die Musik- und Schlagerfreunde erinnern sich sicher noch an Rudi Carells Lied "Wann wirds mal wieder richtig Sommer...von Juli bis September?" Diese Frage konnte in diesem Jahr nur teilweise beantwortet werden. Der Sommer 2010 war in unserer Region zweigeteilt; in trockene heiße und kühle, sehr nasse Perioden.
Nachdem der Mai den althergebrachten Wünschen der Bauern "Mai kühl und nass füllt dem Bauer Scheun und Fass" gerecht wurde, zeigte sich der Juni ausgesprochen trocken. Nur 22l/m2 Niederschlag waren weit unter dem Monatsdurchschnitt. Zwischen dem 5.Juni und dem 4.Juli fiel kein nennenswerter Regen. Für das Wachsen und Gedeihen von Garten- und Feldfrüchten war das äußerst ungünstig. Überall wurde nach Möglichkeit zusätzlich bewässert. Ein erlösender Regen am 5. und 6.Juli brachte vorübergehende Linderung. Doch hochsommerliche Temperaturen mit Hitze und Tropentagen (bis 37,0°C) setzten die Austrocknung fort. Die Elbe und andere heimatliche Flussläufe hatten Niedrigwasser. Waldbrandwarnstufen wurden ausgerufen, ausgetrocknete Wälder und Felder begünstigten Entstehungsbrände. Im Juni und Juli wurde von mir an 40 Tagen der Zustand des Erdbodens als "trocken" eingestuft. Trotz dieser geschilderten Trockenperiode wurden im Juli bei uns 75 l/m2 gemessen. Das kam durch die 4 Regentage, an denen allein 64 l/m2 fielen zu Stande . Bis dahin auch keine Spur von Pilzen in unseren heimischen Wäldern.
Nun zum August. Ziehen wir zunächst mal alte Wetterregeln und Lostage heran: Ungern wird ein feuchter Augustmonat gesehen, denn nasser "August macht teuer Kost" und "August muss Hitze haben, sonst ist der Obstbäume Segen begraben". Der Monatsbeginn soll auf den kommenden Winter hinweisen. "Fängt der August mit Hitze an, bleibt sehr lang die Schlittenbahn" und "August heiß - Winter viel Eis". Ein sonniger August ist für die Winzer von Bedeutung. Sie sind jetzt um ihre Trauben besorgt, denn deren Reife entscheidet über die Qualität und damit über den Preis des Weines. Hieraus kann nun jeder selbst seine Schlüsse für das diesjährige Augustwetter ziehen. Vergleichen wir mal: Im vorigen august hatten wir hier in der Region 7 Hitzetage (über 30°C) und 17 Sommertage (über 25°C) und in diesem Jahr nur 2 Hitze- und 12 Sommertage. Im vorigen august fielen 57 l/m2 an 9 Tagen und diesjahr 179 l/m2 an 19 Tagen. Es war also ein sehr nasser und mäßig warmer Monat. Diese Niederschlagsmenge wurde hier in den letzten 20 Jahren nur einmal im Jahr 2002 mit 191 l/m2 erreicht.
Wir können aber, verglichen mit anderen Regionen, mit dem Wettergeschehen bei uns zufrieden sein. Denken wir nur an die durch wochenlange Trockenheit und große Hitze verursachten Flächenbrände in Russland, Hochwasser und landesweite Überschwemmungen in Pakistan. Da sind die Überschwemmugen an Elbe, Spree, Elster und Pulsnitz doch kaum erwähnenswert. Auch die Ernteverluste bei Getreide und in den Kleingärten durch Fäulnis bei Tomaten und Gurken sind, so denke ich, zu verkraften. Dafür schießen jetzt die Pilze mit voller Kraft aus dem Boden.
Nun verliert die Sonne zunehmend an Kraft, die dunkle Jahreszeit schreitet langsam aber unaufhaltsam voran. Auch unsere gefiederten Freunde, die uns mit ihrem Gesang erfreuten, verlassen uns und suchen Wärme im Süden. Aber nicht traurig sein. Wie heißt es doch im Dichterwort: "Schau mich an, ich bin der Herbst, hab auch noch schöne Tage". Erfreuen wir uns also an den Schönheiten der kommenden Jahreszeit, an dem Obst, den verbliebenen Blumen, an  den vielfältig gefärbten Blättern der Bäume, die dann von der Luft und dem Wind getragen übermütig zu Boden pendeln im bald zu Ende gehenden sogenannten "Altweibersommer".
So gesehen wünscht Ihnen eine schöne Zeit, Ihr Wetterbeobachter Günter Knobel.
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